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GEW initiert Austausch im Landratsamt

...zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung

Auf Anregung und Einladung des GEW-Kreisvorstandes im Odenwaldkreis kamen kürzlich Personalrätinnen und Personalräte der Grundschulen im Landratsamt zusammen. Es waren 14 Schulen vertreten, deren Personalvertretungen sich lebhaft mit dem Ganztagskoordinator, Herrn Speckhardt, und dem Abteilungsleiter der Schulverwaltung, Herrn Weyrauch, austauschten. 

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung (von Montag bis Freitag je 8 Stunden am Tag), der zum Schuljahr 2026/27 mit den 1. Klassen beginnen soll, kommen große Herausforderungen auf die Grundschulen zu. Neben großen räumlichen und personellen Problemen, sind das je nach Gegebenheiten an den einzelnen Schulen auch manchmal sehr spezielle. Alle Anwesenden waren sich aber darin einig, dass der Ausbau des Ganztages der richtige Schritt ist, allerdings wünscht man sich eine qualitativ gute Ganztagsversorgung! 

Leider gibt es vom Land Hessen weder verbindliche Standards noch genügend finanzielle Ressourcen, stellte Angelika Lerch (Sprecherin der GEW) in ihrer Einführung zum Thema dar. Die Schulverwaltung setzt alles daran, das Beste aus der Situation zu machen. Dazu gab es bereits viele Gespräche mit den Schulleitungen und den Betreuungsanbietern. So scheint z.B. die Ferienbetreuung in Form je eines Angebotes an 5 zentralen Standorten gesichert zu sein. Dabei setzt man hier auf außerschulische personelle Versorgung durch die Jugendhilfe. 

Die Betreuungsversorgung während der Schulzeiten gleicht im Odenwald einem wahren Flickenteppich. Zwar sind inzwischen alle Grundschulen im Profil 1 (Gewährleistung der Betreuung an 3 Tagen bis mindestens 14.30 Uhr), darüber hinaus werden die Betreuungsangebote jedoch von unterschiedlichsten Trägern (AWO, OVBuK, DRK, Fördervereinen oder auch Gemeinden) abgedeckt. Mit dem Rechtsanspruch ist vielerorts eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Kinder, die betreut werden sollen, zu erwarten. 

Laut GEW-Recherche ist langfristig damit zu rechnen, dass an die 75% der Grundschulkinder die erweiterte Betreuung in Anspruch nehmen werden, erläutert A. Lerch. Besonders an den großen Grundschulen im Kreis ist man von dieser Marke noch weit entfernt. 

Das HMKB (Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen) habe weder verlässliche Zahlen erhoben noch verbindliche Vorgaben entwickelt, geschweige denn den entsprechenden Finanzrahmen geschaffen, so die Kritik der GEW. Man lasse die Städte, Kreise und Kommunen regelrecht im Regen stehen. Allerdings, wo keine Vorgaben, da bleibe auch ein gewisser Gestaltungsspielraum. Den Wunsch, diesen so weit zu nutzen, wie es geht, wurde in der Runde sehr deutlich. 

Der Austausch und die Beteiligung der Personalvertretungen wurde von allen Beteiligten als sehr konstruktiv empfunden.  Auch spezielle Probleme, wie z.B. die Mehrfachnutzung von Klassenräumen oder fehlender Hitzeschutz, konnten konkret dargestellt und mit den Vertretern der Schulverwaltung besprochen werden.